„Seit er von der Kneippkur zurück ist, tritt er nur noch Wasser!" — Hahn im Tränkebecken vor Maschendrahtzaun mit zwei Hennen
Originalkarikatur in Feder und schwarzer Tusche auf festem, leicht genarbtem Zeichenpapier in Naturton, unten rechts im Bildfeld monogrammiert „S.". Dargestellt ist ein Hahn, der mit einem Fuß in einer flachen runden Tränke vor einem Maschendrahtzaun steht, vom erhobenen zweiten Fuß tropft Wasser; darunter zwei einander zugewandte Hennen mit ornamental durchgearbeitetem Gefieder. Unterhalb der Darstellung die handgeschriebene Pointenzeile in Versalien: „Seit er von der Kneippkur zurück ist, tritt er nur noch Wasser!". Das Bildfeld ist von einer gezogenen Randlinie eingefasst. Der Hahn ist als einzige Figur partiell farbig angelegt, in Rot, Blau, Gelb und Grün, offenbar mit Farb- oder Faserstift über der fertigen Federzeichnung. Deutschland, Mitte 20. Jahrhundert, um 1950/1970. Die Zeichnung entspricht der Vorlagenpraxis der Witzblatt- und Illustriertengrafik der Nachkriegszeit. Zustand gut: Papier leicht gewellt, an der Oberkante Knickwellen, vereinzelte kleine bräunliche Flecken am linken Blattrand sowie ein kleiner orangefarbener Fleck im Gefieder der rechten Henne, Blattränder unbeschnitten. Gerahmt in schmaler rot lackierter Holzleiste mit gerundetem Profil, verglast; Glas verschmutzt, Leiste mit leichten Kratzern. Rückseite nicht befundet. Aus gemischtem Privatbestand.
- Technik
- Feder in schwarzer Tusche, partiell koloriert (Hahn in Rot, Blau, Gelb, Grün — vermutlich Farbstift oder Faserstift); Bildunterschrift handschriftlich in Tusche auf Papier, festes, leicht genarbtes Zeichenpapier in Naturton
- Datierung
- Mitte 20. Jh., um 1950/1970
- Einordnung
- Gebrauchsgrafik der Nachkriegszeit / Witzblatt-Karikatur, 20. Jahrhundert
- Signatur
- „S.", Im Bildfeld unten rechts, neben dem Standfuß der rechten Henne
- Rahmen
- Schmale, rot lackierte Holzleiste mit gerundetem Profil, auf Gehrung gestoßen; Glas mit deutlichen Verschmutzungen, Fingerabdrücken und Spinnweben an den Innenecken. Rückseite und Aufhängung nicht abgebildet.
- Zustand
- gut — Papier leicht gewellt, Oberkante mit Knickwellen; vereinzelte kleine bräunliche Flecken im linken Blattrand und ein kleiner orangefarbener Fleck rechts oben im Gefieder der rechten Henne. Blattränder unbeschnitten/uneben. Verschmutztes Glas, leichte Kratzer und Abriebstellen am Rahmen. Rückseitiger Befund nicht beurteilbar.
- Provenienz
- Am Objekt sind keine Etiketten, Stempel oder Aufschriften sichtbar; die Rückseite von Blatt und Rahmen wurde nicht aufgenommen und ist nicht befundet. Bei Originalvorlagen der Pressezeichnung sind rückseitig regelmäßig Redaktionsstempel, Klischee-Vermerke oder Maßangaben der Setzerei zu erwarten — hier bislang unbelegt. Ein Erstdruck der Zeichnung ließ sich nicht nachweisen. Der umgebende Bestand (Reproduktionen nach Desvarreux und Chełmiński, Banknotenvignette, Monet-Kopie sowie sieben Arbeiten mit hoher Zuschreibung an Friedrich Schröder-Sonnenstern) deutet auf einen gemischten Privatbestand ohne einheitlichen Händler- oder Rahmenmacherbezug; ein wiederkehrendes Etikett fehlt.
- Inventar
- Nr. 0023