Der Schneider — Schneiderwerkstatt mit Kunden beim Maßnehmen
Farboffsetdruck auf kräftigem Papier, unterhalb der Darstellung links in Blei nummeriert „68/150“, rechts in Blei signiert, undeutlich, wohl „J. Poh…“. Im Bildfeld unten links ein gedrucktes ligiertes Monogramm in Rechteckrahmung, nicht sicher auflösbar. Auf dem Blattrand Blindprägestempel „B. BÄUMLER“. Dargestellt ist eine Schneiderwerkstatt in Kostümen des späten 16. Jahrhunderts: links ein Kunde mit Federbarett, Halskrause, Pluderhose und pelzbesetztem Mantel, daneben der Meister beim Maßnehmen, rechts am Zuschneidetisch ein Gehilfe mit großer Schere vor einem Butzenscheibenfenster mit Stadtsilhouette. Das Motiv steht in der Tradition der Ständebücher und Zunftdarstellungen des 16. Jahrhunderts, ist jedoch eine historisierende Neuerfindung des 20. Jahrhunderts. Der durchgehende Rasterbefund weist das Blatt als fotomechanische Reproduktion nach einer Zeichnung aus; die Auflagenangabe ist eine Verlagsnummerierung. Zustand befriedigend: Papier gebräunt und fleckig, verstreute Stockflecken, heller Wasserrand im unteren Blattbereich, kleine helle Spritzer im Bildfeld, Farbstich ins Violette durch Lichteinwirkung. Gerahmt in schlichter, mittelbraun gebeizter Holzleiste mit goldfarbener Innenkante, verglast, mit Passepartout; Rahmen bestoßen und berieben, Glas verschmutzt. Ein Künstlername ist nicht belegbar.
- Technik
- Farbdruck, vermutlich Offset-Reproduktion nach einer Zeichnung/Malerei (im vergrößerten Ausschnitt durchgehendes regelmäßiges Punktraster erkennbar); Blindprägestempel des Herausgebers, Nummerierung und Signatur in Bleistift auf Papier, kräftig, mit leicht rauer Oberfläche, hinter Glas und Passepartout gerahmt
- Datierung
- 2. Hälfte 20. Jh., wohl 1970er/1980er Jahre
- Einordnung
- Reproduktionsgrafik der Nachkriegszeit, historisierende Genredarstellung in der Tradition der Ständebücher
- Signatur
- J[?] Poh[?] (Bleistift, unterhalb des Bildfeldes rechts); im Bildfeld unten links gedrucktes Monogramm in Rechteckrahmung, ligiert, nicht sicher aufzulösen: „J[?]V[?], Bleistiftsignatur unterhalb der Bildkante rechts auf dem Blattrand; gedrucktes Monogramm im Bildfeld unten links
- Auflage
- 68/150
- Rahmen
- Schlichte Holzleiste, mittelbraun gebeizt, mit schmaler goldfarbener Innenkante; verglast, cremefarbenes Passepartout bzw. sichtbarer Blattrand. Rahmen mit Kratzern und Staubauflage, Goldkante berieben.
- Zustand
- befriedigend — Papier gebräunt und fleckig, verstreute punktförmige Stockflecken und Schmutzpartikel im Randbereich; im unteren Blattbereich unregelmäßiger, hellerer Wasserrand-artiger Streifen; kleine helle Farb- bzw. Materialspritzer im Bildfeld (blaues Tuch); Glas verschmutzt mit Faserresten; Rahmenleiste bestoßen und berieben.
- Provenienz
- Blindprägestempel „B. BÄUMLER“ auf dem Blattrand, nicht auflösbar: In GND, ULAN und Wikidata sind unter diesem Namen ausschließlich Bildhauer und Medienkünstler verzeichnet, kein Verlag und kein Herausgeber mit dem Initial „B.“. Die im Kunsthandel bestehende Galerie Peter Bäumler in Regensburg führt ein Programm der Klassischen Moderne und Gegenwartskunst; Vorname und Programm passen nicht, eine Verbindung zum Blatt wird nicht behauptet. Rückseitige Etiketten sind nicht dokumentiert, da das Blatt gerahmt vorliegt. Das Objekt stammt aus einem Restbestand von 32 Werken, der überwiegend aus Reproduktionsgrafik und Kopien besteht (nach Raymond Desvarreux, nach Jan van Chelminski, Kopie nach Monet, Banknotenvignette der Republic Bank Note Co. Pittsburgh, Duplessi-Bertaux/Masquelier nach Carle Vernet); das Blatt fügt sich diesem Profil ein. Der Signaturtypus entspricht keinem der übrigen im Bestand erfassten Typen.
- Inventar
- Nr. 0029