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Höfische Versammlung Ramas vor Palastarchitektur mit Vanara- und Bärenheer, Blatt einer illustrierten Ramayana-Handschrift
Unbekannter Künstler

Höfische Versammlung Ramas vor Palastarchitektur mit Vanara- und Bärenheer, Blatt einer illustrierten Ramayana-Handschrift

Blatt einer illustrierten Ramayana-Handschrift. Deckfarbenmalerei mit Gold- beziehungsweise Goldbronzehöhungen auf Papier, drei Zeilen Devanagari in schwarzer Tinte am oberen, breiten chromgelben Rand. Indien, Rajasthan, im Stil der Mewar-/Udaipur-Werkstatttradition, 19. Jh. bis 1. Hälfte 20. Jh., ohne Signatur. Vielfigurige Szene vor weißer, reich ornamentierter Palastarchitektur: links thront unter einem Baldachin eine nimbierte blauhäutige Figur, umgeben von einer dichten Schar höfischer Gestalten sowie gekrönter Affen- und Bärenfiguren; rechts ein zweigeschossiger Palasttrakt mit Frauen in den Balkonöffnungen und einer Audienzszene. Im Vordergrund Gartenzone mit Pavillons, vier bärtigen Asketen und einem blauen Flusslauf mit badenden Figuren. Der Textanfang nennt die Königsherrschaft des Sri Ramachandra; die Darstellung ist der Rückkehr nach Ayodhya zuzuordnen, die Deutung erfolgt unter Vorbehalt. Zustand gut: Malschicht im Bildfeld weitgehend geschlossen, Blattkanten leicht bestoßen und wellig, im gelben Rand punktförmige Farbfehlstellen und Abriebspuren, unten ein bräunlicher Fleck. Schmale goldfarbene Holzleiste, hinter Glas mit cremeweißem Doppel-Passepartout, dieses fleckig. Rückseite nicht einsehbar, Maße ungerahmt nicht erfasst.

Technik
Deckfarbenmalerei (Gouache) mit Gold- bzw. Goldbronzehöhungen auf Papier, Textzeilen in schwarzer Tinte, vermutlich indische Miniaturmalerei auf Papier
Datierung
19. Jh. bis 1. Hälfte 20. Jh.
Einordnung
Indische Miniaturmalerei, Rajasthan (Mewar/Udaipur-Tradition)
Rahmen
Schmale, gekehlte Holzleiste mit gold- bis messingfarbener Fassung, Sichtkanten stellenweise berieben, an den Ecken Fehlstellen und Kratzer; hinter Glas mit breitem, cremeweißem, doppelt gestuftem Passepartout, dieses fleckig und mit kleinen Kratzspuren.
Zustand
gut — Blattkanten leicht bestoßen und wellig, unten und links kleine Materialabsplitterungen am gelben Rand; im gelben Randbereich zahlreiche punktförmige Farbfehlstellen und Abriebspuren, im unteren Randbereich ein bräunlicher Fleck; oben rechts kleiner rötlicher Fleck. Malschicht im Bildfeld weitgehend geschlossen. Passepartout mit Verschmutzungen, Rahmenleiste mit Kratzern und Fehlstellen. Rückseite nicht einsehbar.
Provenienz
Keine Signatur, kein Etikett, kein Stempel erfasst. Die Rückseite des gerahmten Objekts war nicht einsehbar, ein Court-Fee- oder Sammlerstempel — wie er bei vergleichbaren Blättern vorkommt — konnte daher weder festgestellt noch ausgeschlossen werden. Die Rahmung (schmale goldfarbene Leiste, cremeweißes Doppel-Passepartout hinter Glas) entspricht dem Rahmungstypus weiterer Blätter desselben Bestandes und deutet auf eine gemeinsame deutsche Rahmung der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der übrige Bestand ist durchweg europäisch; das Blatt steht darin isoliert und erhält von dort kein stützendes Indiz. Eine Sammlungsprovenienz ist nicht dokumentiert.
Inventar
Nr. 0028
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Quellen (19)
Wikidata-Eintrag Sahibdin Q7399614
Existenz und Tätigkeitszeitraum des mit der Mewar-Ramayana-Handschrift verbundenen Malers Sahibdin (ca. 1628–1655); dient als stilistische Referenz, nicht als Zuschreibung.
GND-Eintrag Manôhar, Maler/Miniaturist GND 1017990328
Normdatenprüfung des Malernamens Manohar; keine Verbindung zum vorliegenden Blatt.
Wikidata / ULAN Manohar Das Q15405632 / ULAN 500322026
Tätigkeit als Mogul-Hofmaler ca. 1582–1624; Ausschluss einer namentlichen Anbindung.
Dorotheum, Traditionelle indische Miniaturmalerei um 1900/20, 4 Blätter Los 6017013
Erzielter Preis EUR 400 für vier gerahmte Blätter, Format je ca. 33,5 × 23 cm — Basis der unteren Preisspanne.
Dorotheum, Miniaturmalerei Szene aus dem Ramayana, Pahari/Mankot 18. Jh. Los 1928917
Startpreis EUR 500 für ein Ramayana-Blatt; kein Zuschlag ausgewiesen.
Dorotheum, Indo-persische Miniaturmalerei Rajasthan-Stil, 18./19. Jh. Auktion 11190, Los 208
Schätzwert EUR 720–800 für ein gerahmtes Rajasthani-Blatt; kein erzielter Zuschlag.
Van Ham, Miniaturmalerei auf Elfenbein, Moghul-Indien 19. Jh. Auktion 356, Los 185
Ergebnis EUR 1.161 inkl. Aufgeld bei Taxe EUR 1.100; oberer Orientierungswert bei gesicherter Provenienz.
Schloss Ahlden, Indische Miniaturmalerei, Gouache mit Gold, 34,5 × 24,5 cm Los 3376
Format- und Technikvergleich für großformatige höfische Palastszenen; kein Zuschlag ausgewiesen.
Metropolitan Museum, Sahibdin, Krishna and Radha in a Bower (Gita Govinda) 38027
Technik Deckfarben auf Papier und Datierung der Werkstatt Sahibdins im 17. Jh.
Smarthistory, Seite aus dem Kishkindha Kanda, Mewar-Deccani-Stil, Udaipur 1653 (British Library, Add.15297(1), f.2r) Add.15297(1), f.2r
Blattformel und Stilmerkmale der Mewar-Ramayana-Illustration sowie deren spätere Nachfolgefassungen.
Asian Art Newspaper zur Mewar-Ramayana-Handschrift des Rana Jagat Singh
Auftraggeber Rana Jagat Singh von Mewar (1628–1652), geschlossene Überlieferung der Bände in der British Library.
The National News zur Ausstattung der Mewar-Ramayana-Handschrift
Über 450 Malereien von drei Künstlern, darunter Sahibdin; vollständige bildliche Umsetzung der Episoden.
Open The Magazine zur Schreiberhand und Papierqualität der Mewar-Handschrift
Text des Jain-Schreibers Hiranand auf großen, dicken, geglätteten Papierbogen — Referenz für den Papierbefund.

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